30 Jahre FNC

30 Jahre seit der Clubgründung der FRIDAY NIGHT CRUISERS

Wie es dazu kam, erinnert sich Reto Wigger

 

Wenn wir heuer das  30-jährige Bestehen der FNC feiern, ist es sicher interessant, einen Blick in die Zeit davor zu werfen. Denn die FNC waren schon Jahre vorher ein komplexes Gebilde.

Solothurn, die grosse Kreuzung vor dem Hauptbahnhof. An einem Samstag morgen im März 1979 sandte die Sonne den Vorboten des Frühlings aus. Zwei Muscle-Cars (dieser Begriff war damals in der Schweiz noch unbekannt) begegneten sich erstmals. Es waren zwei 70 Ford 351 Motoren, die die Luft zum Schwingen brachten. Der Cleveland trieb Urs Rufers Mustang Mach 1 in gold-metallic an. Das Brabeln des burgunder-roten Shelby GT 350 stammte von Reto Wiggers Windsor. Es waren gerade die drei Wochen, in denen der Shelby versuchsweise mit 8x15" Wolfrace Felgen ausgerüstet war. Diese sollten dann etliche Monate später dem Mach 1 gehören. Die Blicke der Autofahrer trafen sich nur für kurze Zeit um dann in den Rückspiegel die sich entfernenden Autos noch weiter zu verfolgen. Ein breites Lachen zeichnete die Gesichter. Es sollte der Grundstein für eine jahrzehnte lange Freundschaft und die FNC werden.

Die eigentlichen Wurzeln sind noch viel tiefer zu suchen. Nämlich in den 60er Jahren, als sich zwei Buben mit dem Bau von amerikanischen Modellautos deren Marken und Typen kennen und die kraftvollen Linien lieben lernten. Dies führte auch zu ihrem Grundsatz: "Zuerst die Amis, danach die Leute". Welcher dann Mitte der siebziger Jahre durch den regelmässigen Kauf der Hot Rod Magazine zu ihrem Ziel, den Erwerb und die Erhaltung der US-Cars führte. Diese Einstellung sollte dann Zehn Jahre später zu regen Diskussionen mit anderen FNC-lern Anlass geben. Denn es ist nach wie vor das amerikanische Design und der früher bei jedem Modelljahr geänderte Kühlergrill die UR und RW faszinierten.

Richtig näher kamen sich die beiden Fans jedoch erst ende 1979 in Murten, als in der Automobilrevue ein Aufruf an alle interessierten Mustang und Shelby Fahrer zur Gründung eines Ford Mustang Clubs veröffentlicht wurde. Dabei stellte sich heraus, dass ein halbes dutzend der Leute aus der Region zwischen Solothurn und Biel stammten. So traf man sich im Frühling 1980 regelmässig im Restaurant Waldegg in Zuchwil, oder im Schützenhaus in Biel. Inzwischen war bei Reto und Urs etwas neues, einzigartiges, ganz nach amerikanischem Vorbild entstanden. Die Idee des Cruisin wurde in die Tat umgesetzt. Dazu wurde auch schon bald die Lokalität in’s Cadran, Grenchen gewechselt. Der einfache Grund war in der Nähe des zur Cruisin-Stadt erwählten Biel und die Parkplatzsituation beiderseits der Strasse. Ebenso wichtig, die herannahenden Amis von der Terrasse aus sehen zu können. Die Initianten wollten es von allem Anfang an nicht auf irgend welche Marken beschränken. Jeder Amiwagen war willkommen.

Im Mai 1981 wurde dann Werbung gemacht. Jetzt wurden Flugblätter kopiert und an dem nun in Zürich stattfindenden Sonntagstreffen verteilt. Diese Blätter haben Heute grössten Seltenheitswert. Nicht nur wegen der skurrilen Zeichnungen von Wigger, die man in der Oeffentlichkeit gar nicht mehr zeigen darf! Wir haben sie jedoch dennoch abgedruckt. Die Absicht mit diesen Flugblättern war, auch die vielen Driver aus der Region Zürich anzulocken. Dort fand zu dieser Zeit in Regensdorf wöchentlich ein wildes Treffen statt. Das rege besucht wurde. Die Attraktion dabei war ein Drag-Race im Industriequartier, bei dem Wetten abgeschlossen wurden und das immer so lange lief, bis sich alle Leute vor der herannahenden Polizei in die Flucht schlugen. Das waren noch Zeiten! Aber das zog und so machten Urs (man ruft ihn Jimmi) und Reto die Zürcher mit einem Vermerk "Drac-Race" auf den Handzettel gluschtig. Dies gelang dann auch. Bald kamen sie in Scharen. Vor allem als dann bei der zweiten Ausführung das grafische Element mehr berücksichtigt wurde.

Dies war der Einstieg von Rony Altermatt, unserem inzwischen allzeit bewunderten Plakatdesigner. Rony und Reto lernten sich bei dem Basler Amiclub "Kick Down Drivers" kennen. Zum ersten mal erscheint auch schon der im FNC-Signet stehende 57er Chevy und zum letzten mal der Hinweis auf das Drag-Race. Die "Rennstrecke" lag übrigens in dem nun ganz verbauten Industriegebiet anfangs Biel, südlich des TCS-Prüfzentrums. Im folgenden Sommer besuchten uns schon mal einige Clubs aus der Region AG und ZH. Das Cruisin wurde in der ganzen Schweiz bekannt.

Es folgte das Jahr 1982. Jimmi und Reto waren auf den Geschmack gekommen und jetzt sollte etwas Neues her. Ein Meeting wäre toll. Als Gelände wurde das Einkaufszentrum Carrefour in Brügg bei Biel ausgewählt. Auch die anderen FNC-ler waren begeistert und wollten mithelfen. Mit Hr. Schafroth von der Pony-Ranch Biel, wo wir uns nun regelmässig trafen, um das Cruisin abzuschliessen, hatten wir einen grossen Helfer im Organisationskomitee. Da wir jedoch kein Club mit Statuten waren, was für die Bewilligung nötig war, erhielten wir diese proforma über den bereits erwähnten Mustang-American-Club. Deshalb auch der Vermerk unten auf dem Plakat, das noch keine Zeichnung beinhaltete. Das erste "AMERICAN-LIVE" ging bestens über die Bühne. So wurde der 9. Mai 1982 ein Meilenstein in der Schweizer US-Car Geschichte. Zwar hiess das Treffen noch "AmeRican Car Craft Show". Aehnlich wie andere Schweizer Shows auch. Es war der erste Anlass in unserem Land, dem eine gesamtschweizerische Werbekampagne mit Plakaten und kleineren Flugblättern voraus ging. Der Erfolg wurde mit etwa 500 Autos und gut 2000 Zuschauern bestätigt. U. Rufer und R. Wigger starteten schon damals die ganze Kampagne auch in französischer Sprache, denn die Beseitigung des Röstigrabens waren ihnen schon damals ein Anliegen, welches sie auch in der noch zu gründenden FAAS (Föderation Amerikanischer Autoclubs Schweiz) vertraten. Welcher Ort als Biel bot sich da wohl besser an? Dies brachte den zwei viele welsche Freunde.

Nach diesem erfolgreichen Treffen sollte nun das Cruisin national mehr gefördert werden. Dazu entstand das Flugblatt "Swiss Cruisin". Auf farbigem Papier mit Alphorn, Sidepipes und wieder dem 57er Chevy mit gechopptem Dach von Rony. Das Drag-Race fehlte, der Aufruf zur Disziplin blieb bewusst. Bei manchen war es nötig! Das Cruisin war nun immer besser und die Zuschauer in der Stadt Biel waren grösstenteils begeistert. Kein Vergleich mit Heute! Auch waren feste Routenbeschriebe bekannt, so dass sich die zwei bis drei Konvois öfters begegneten, und man die Autos gegenseitig zeigen und anschauen konnte. Freude herrschte!!! Mit der Stadtpolizei hatten Reto und Jimmi gute Beziehung, den ein bis zwei Besuche pro Jahr bei der Polizei demonstrierten das Interesse und die Ernsthaftigkeit einer gezielten Durchführung. Das Auftauchen der Streife auf dem Gaswerkareal nach beendigtem Cruisin war ein Wunsch der Initianten, um dort "Burn-Outs" einzudämmen. Dies darf auch heute gesagt werden, denn es hatte Erfolg.

Im Herbst 1982 wurde dann im M.A.C. befürchtet, die FNC würden ihm die Mitglieder abtrünnig machen und so zählten Jimmi und Reto im folgenden Jahr nicht mehr zu den Mitgliedern im Mustang-American-Club. Die Trennung war nicht im Streit, aber rechtzeitig.

 Das folgende Jahr sollte wieder die besondere Bedeutung der FNC in der Schweizer Amiszene bestätigen. Denn nicht ohne Stolz darf erwähnt bleiben, dass bei der Gründung der FAAS am 22. April 1983 die FNC eine Sonderstellung einnahmen. Denn die FAAS-Statuten lassen ausdrücklich nur Clubs mit eigenen Statuten zu. Trotzdem wurden die FNC aufgenommen. Dies zeigt doch, welchen Einfluss die "freien" FNC damals schon hatten.

Bereits waren die Vorarbeiten zum AMERICAN-LIVE im Gange. Das nun auch diesen Namen tragen sollte. Da der Kontakt mit der Polizei nach wie vor bestens war, konnte die Bewilligung jetzt direkt über die FNC (ohne Statuten) laufen. Ein guter Grund dabei war sicher auch, dass schon damals ein funktionierendes Verkehrskonzept vorhanden war. Sicherheitshalber hatte Reto schon einen befreundeten Off-Road Club aus der Region Biel für die Bewilligung gewinnen können, so als Reserve. Ein neues Plakat wurde von Rony Altermatt kreiert, das erste "Ami-Live-Plakat" mit Autos und das letzte in schwarzweiß. Dafür das einzige mit einem Sponsor. Es war auch noch nicht in der üblichen Postergrösse, hatte aber ein rotes Marlboro Logo am oberen Rand. Reto besorgte den Versand schon damals an über 50 Adressen. Jimmis Vorliebe zu den US-Trucks kamen auch schon voll zur Geltung und es gelang ihm immer wieder eine schöne Zahl Trucker zu motivieren. Das Treffen vom 8. Mai 1983 wurde ein voller Erfolg. Getrübt wurde der Anlass nur durch einige interne Diskussionen unter den Helfern, was dann zur Folge hatte, dass sich eine Bieler-Gruppe selbständig machte und dann später die Street-Riders gründen sollten. Das Geld war für die zwei Pioniere nie wichtig, denn die Liebe galt schon damals den Autos. Uns Leute brauchte es einfach um das Ueberleben der Autos zu sichern und sie vor den Augen anderer Fans zu bewegen. Für Personen, die sich in den Vordergrund stellen wollten gab es bereits genügend andere Clubs und Vereine. Dies war nach wie vor der Grund, warum Jimmi und Reto eigentlich nie einen Club mit Statuten gründen wollten.

Im Sommer 1983 kreierte Rony den letzten Flyer im A4-Format. Wie immer kostenlos, in vollem Enthusiasmus. Es wurden auch wieder Auflagen in Französisch hergestellt. Das Design gefiel nun allen so gut, dass von vielen Seiten ein Kleber gewünscht wurde, welcher dann auch in einer kleinen Auflage hergestellt wurde. Das Cruisin fand fast jeden Freitag statt. Im Herbst wurde das Briefpapier, das bis anhin nur den Namen trug, auch mit einem stark verkleinerten Signet versehen.

Das folgende AMERICAN-LIVE 1984 war das erste, das bei richtig sonnigem Wetter durchgeführt werden konnte. Es war ein Hitzetag und viele holten sich an diesem 6. Mai einen Sonnenbrand. Die Verkaufsstände kosteten Fr. 100.- und der Andrang begann so um 10.30 Uhr. Bis 16.30 Uhr hatten die meisten Leute das Carrefour-Gelände verlassen. Für den Versand der erstmals farbigen Plakate kauften wir 70 Kartonrollen. Gedruckt wurden von dem Poster mit der Music-Box und den 68er Camaro 300 deutsche und 200 französische Exemplare. Wieder waren Trucks und viele Off-Road Fahrzeuge dabei. Inzwischen besuchten mehrere US-Clubs das Cruisin, auf welches wir mit einer Fototafel an unserem und auch an auswärtigen Anlässen aufmerksam machten. So hatte ein befreundeter Profifotograf uns an einem Cruisin begleitet und eine schwarzweiß Fotostory, sowie ein farbiges Standbild lediglich zu den Material- und Laborkosten kreiert. Ein regelmässiger Besucher war der Chrysler-Club Bern. Die FNC-ler besuchten als Club auch mehrere Meetings. So fand Illzach auch schon zum vierten mal statt. Allgemein war 1984 ein sehr erfolgreiches FNC-Jahr.

Ein bewegtes Jahr stand jetzt vor der Türe. Es begann wieder mit den Vorbereitungen zum Meeting. Viele Clubs meldeten ihre Teilnahme schon im März an und wollten Parkplätze reservieren. Das Datum am ersten Wochenende im Mai war wie dieses Jahr der 5.5.1985 und hatte sich gesamtschweizerisch schon bestens eingebürgert. Wieder wurden separate Plätze für Autos aus den 50’ern und die 4x4 mit den Militarys bereitgestellt. Weit über 600 Autos kamen dann auch an diesem nicht mehr so heissen Sonntag.

Beachtlich war auch die Zahl der Harleys. Wieder waren alle Helfer voll beschäftigt. Keiner konnte ahnen, dass es das letzte AMERICAN-LIVE in Biel sein würde. Einen Monat vor dem Anlass wurde die zweite Serie überarbeitete FNC-Kleber hergestellt. Mit viel Stolz wurden sie gezeigt. Das Plakat des Ami-Live zeigte eine Tanksäule und das Heck des 59’er Cadillacs. Im Sommer nahmen einmal die Burn Out Riders aus Luzern und die Kick Down Drivers aus Basel am Cruisin teil. Alle waren begeistert. Nach dem FNC-Sticker folgte gleich das nächste Geschenk. 25 Paar Autonummernhalter mit der Aufschrift unseres Clubs wurden hergestellt und verteilt, denn der Erlös aus dem Treffen sollte Früchte tragen. Mitte Sommer 85 bahnte sich jedoch eine Krise an. Einige FNC-Leute wollten, dass mehr läuft! Urs und Reto waren mit den Erfolgen des Mai-Treffens und der Freitagabende voll zufrieden. Und vor allem genug beschäftigt. Der ganze Administrative sowie organisatorische Aufwand erledigten nur sie zwei. Also bereiteten Sie drei Vorschläge aus, die dann an alle 38 regelmässigen FNC’ler versandt wurden. Der Rücklauf war jedoch beschämend. Zwei Antworten kamen zurück, das war alles. Jimmi und Reto dachten sich, sie hätten wohl die falschen Vorschläge gemacht. So wurden ende Juni nochmals alle angeschrieben und über die Situation orientiert und gebeten, doch selber Vorschläge zu machen. Anlässlich des Dankesessens für die Helfer des AMERICAN-LIVE 85 im August 1985 wurden Reto und Jimmi verdächtigt, sich am Vermögen der FNC privat zu bereichern, was aber mit einer Vorlage des Kassabuches widerlegt werden konnte. Die zwei Burschen waren jedoch sehr enttäuscht. Danach fand im September eine grosse Clubrallye statt, die Reto schon das ganze Jahr hindurch vorbereitet hatte. Es war tolles Wetter, eine sehr gute Beteiligung und obwohl sehr anstrengend für Organisatoren wie Teilnehmer, ein einzigartiges Erlebnis. Anstelle einer GV fand am 12. Oktober 1985 im Bären in Rüti b.Büren eine Orientierungsversammlung statt, wobei sich herausstellte, dass sich auch eine dritte Umfrage nicht gerade rühmen konnte. Es stand auch fest, dass der Platz auf dem Gelände in Biel im Mai 86 überdacht sei. Eine neue Lösung für das Meeting galt es zu finden. Reto teilte mit, dass er sein Amt als Vizepräsident bei den KDD aufgegeben habe, um sich voll und ganz den FNC zu widmen. Er wollte es nochmals probieren. Jimmi distanzierte sich etwas. Sein Wunsch war ein Treffen ganz auf einer Rasenfläche, nach amerikanischem Muster, was auch Reto sofort begeistert aufnahm. Beide spürten jedoch noch immer ein gewisses Misstrauen einiger -FNC’ler, wie es im August aufgetaucht war. Im November 85 wurden dann von vier Leuten diverse Möglichkeiten gesucht, um das Treffen am 4. Mai 1986 doch noch durchzuführen. Jimmis Idee von einem Platz mit vorwiegender Rasenfläche hatte absolute Priorität. Drei Möglichkeiten mit Rasenfläche wurden abgeklärt. Jimmi Rufer schaute mal in Grenchen nach.

 Der Flugplatz kam aber schon mal nicht in Frage. Uebrig blieb noch die Region um Badi und Stadion. Erwin Wyss hat mal mit der Stadtverwaltung Bern Kontakt aufgenommen. Ziel war die Allmend oder das BEA-Gelände. Er brauchte einige Telefone um die richtige Amtsstelle zu finden. Reto Wigger schaute in Burgdorf nach, Bereich Markthalle, wo auch der Oldtimer und Teilemarkt regelmässig stattfand. Dort war aber niemand für das Vorhaben zu begeistern. Das schriftliche Gesuch von Bern wurde im Dezember abschlägig beantwortet, da die BEA noch nicht abgeräumt wäre. Die Einwohnergemeinde Grenchen gab unter bestimmten Bedingungen das O.K. Reto und Jimmi hatten sich dann anfangs Januar 1986 für einen Lokaltermin mit der Stadtpolizei Grenchen verabredet. Sie waren guten Mutes, denn die Grenchner waren positiv eingestellt. Allerdings waren die Platzverhältnisse als ungenügend zu taxieren, weshalb auch Grenchen scheiterte. Oliver Flury hatte sich darauf die WARO in Egerkingen vorgenommen. Hier war zwar kein Rasen, jedoch eine vorzügliche Infrastruktur. Die Zusage von WARO und COOP war bald da. Also ging es an die Vorbereitungen. Retos Anfrage an den Gemeinderat Egerkingen wurde erst im März 1986 beantwortet, und zwar negativ. Begründung: "Unsere Gemeinde ist wochentags dermassen mit Lärm- und Abgasemissionen gesegnet, dass wir diese den Anwohnern an einem Sonntag nicht mehr zumuten dürfen". Schade, denn der Entwurf für das Plakat mit zeitgenössischen Pro-Stock Rennwagen war schon parat.

Innert 10 Tagen wurde in Rüti b. Büren wieder eine FNC-Versammlung von Reto einberufen, der 26 Personen folgten. Er orientierte über den Stand der Dinge. Danach kam es zu verschiedenen Diskussionen, die voraussehbar waren. Fazit: Jimmi und Reto wollten sich endgültig vom "Clubvermögen" von Fr. 8600 trennen, da sich die Kritik noch nicht eingestellt hatte. Was die beiden nie wollten wurde nun aktuell. Eine Clubgründung zur Regelung der finanziellen Verhältnisse sowie schadlos Haltung der ideellen Gründer schien die beste Lösung zu sein. Oliver Flury schlug vor, darüber abzustimmen. Das Ergebnis lautete auf 16 ja und 7 nein Stimmen, bei 3 Enthaltungen. An diesem denkwürdigen 15. März 1986 sollte das Ende der "freien FNC" nach sechs Jahren eingeläutet werden. Jimmi wollte sich aus dem aktiven FNC-Führungsgremium zurückziehen und Reto war nicht bereit, sich als Präsident zur Verfügung zu stellen. Vorschläge für einen Vorstand wurden noch am gleichen Abend gemacht. So lud Oliver Flury alle interessierten zur FNC Club Gründerversammlung ein, der dann am 25. April 1986 im Restaurant Kreuz in Subingen 12 Aktiv- und 4 Passivmitglieder zustimmten. Als Präsident wurde Oliver Flury gewählt. Als Vizepräsident Reto Wigger, Kassier Rolf Flur, Aktuar Eduard Brunner, Beisitzer Rolf Hofer, und als Revisor Toni Mainetti. Eine neue Aera begann, die ebenso erfolgreich werden sollte, wie die vergangene. Die inzwischen zu Ehrenmitgliedern ernannten Väter der FNC sind in der Amiszene etwas ruhiger geworden. Dass ihr Herz jedoch noch immer für die Amerikanerwagen schlägt, beweist auch die Tatsache, dass sich die beiden Mustang noch immer in ihrem Besitz befinden.

Ja sie haben sogar noch Gesellschaft durch andere Modelle in ihrer Garage erhalten. Dies ist nebenbei auch ein Grund, weshalb die beiden Ford Fastback nicht mehr so oft auf der Strasse anzutreffen sind. Ein anderer Grund ist die Tatsache, dass sich die beiden FNC-Gründer jetzt wohl etwas mehr mit ihren Familien abgeben. Als ledige junge Männer war ihnen früher die Ami-Szene, die FRIDAY NIGHT CRUISER mit AMI-LIVE und vor allem ihre eigenen US-Cars ihr ein und alles. Dafür lebten sie. Aber auch der Mach 1 und sein Freund der Shelby GT können sich auf eine schöne Zukunft freuen. Seit über dreissig Jahren, haben sie die gleichen Besitzer! Inzwischen geniessen sie schon den Oltimer-Status der MFK. Vielleicht treffen sie sich an dem einen oder anderen Jubiläumsjahr wieder vor dem Hauptbahnhof Solothurn. Dann werden sie sicher vor der Ampel nebeneinander auf das grüne Licht warten, wie damals, als sie noch Teenies waren. Ohne sie gäbe es keine FRIDAY NIGHT CRUISERS.

Reto Wigger